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Bemerkungen zum

Walzwerk und zu den Draubrücken Lippitzbach

(Sammlung: Othmar Mory)

In Lippitzbach stand nicht nur das größte Blechwalzwerk der kk. Monarchie, sondern eines
der damals bedeutendsten und modernsten Mitteleuropas.
 
 
1770:
Johann Josef Freiherr von Chronthal, Pfleger zu Griffen der Herrschaft Weissenegg, kauft ein Hammerwerk in Feistritz im Rosental. Danach richtet er ein Ansuchen an die Hofkammer um die Gerechtsame für den Lippitzbach. Michael Lippitz besaß damals die Lippitzhube samt einer Mautmühle, Säge, Schmiede und Überfuhr.
 
1771:
Bei Lippitzbach wird ein "Hammerhaus" errichtet.
 
1778:
Mit dem Grafen Orsini-Rosenberg wird ein Vertrag zur Kohlebeschaffung geschlossen.
 
1791:
Max Thaddäus Graf Egger, Inhaber der Herrschaft Griffen und Weissenegg, übernimmt von Johann Edlem von Cronthal das Walzwerk Lippitzbach zum Kaufpreis von 45.000 Gulden in sein Eigentum. Das Werk nimmt in den nächsten Jahren einen sehr starken Aufschwung und wird in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zum bedeutendsten und größten modernen Walzwerk der Österreich-Ungarischen Monarchie.
 
1794:
Die Grabtafel nach Josef Kronthal (Chronthal) aus dem Jahre 1794 an der Außenwand der Stadtpfarrkirche Bleiburg sagt aus, dass "hier der Erbauer des Werksgardens zu Lippitzbach" begraben liegt.
 
1809:
Französische Truppen durchziehen und besetzen auch Unterkärnten. Hohe Abgaben an die französische Armee sind zu leisten. Das Lippitzbacher Walzwerk muss seine Tätigkeit wegen der durchziehenden Franzosen vorübergehend einstellen.
 
1817:
Lippitzbach erhält eine Schule für die Kinder der Werksangehörigern. 
 
1835:
Modernisierung des Werkes.
 
1837:
1837 wurden im Walzwerk Lippitzbach bei 92 Arbeitern u.a. erzeugt: 4.448 Zentner Schwarzblech - 3.301 Zentner Bandeisen, Fassreifen, Wagenfedern - 730 Kisten Weißblech;
 
1844:
1844 wurden im Walzwerk Lippitzbach 12.704 Zentner Walzwaren erzeugt. Zur Zeit der Blüte des Werkes Lippitzbach gab es dort noch keine Brücke über die Drau. Die Sach- und Personentransporte über den Fluss erfolgten mit einer "Überfuhr".
 
1864:
Straßen- und Brückenbau in Lippitzbach: Auszug aus dem Protokoll des Kärntner Landesausschusses vom 31.10.1864:
"Der Stadtgemeinde Bleiburg werden über Ersuchen die Projekte über die Umlegung der Straße von Lippitzbach nach Bleiburg und Erbauung einer stehenden Brücke bei Lippitzbach unter Hinweistung auf den betreffenden Beschluss des Landtages mit dem Beifügen übermittelt, daß die beteiligten Gemeinden zur Straßenumlegung Kosten beitragen müssten.
 
1879/1880:
Eisstoß - Winterspere der Drauüberfuhr
Dezember 1879: Die Drauüberfuhr in Lippitzbach ist von Dezember 1879 bis Februar 1880 gesperrt. Personen- und Frachtverkehr erfolgen über die Eisdecke.
"... Vom 31.12.1879 bis Ende Jänner 1880 trat Tauwetter ein und mächtige Eisstöfße schwammen die Drau abwärts und schleppten Teile von zerrissenen Brücken und Uferbauten mit. Die Draubrücken von Sager, Völkermarkt, Stein und Unterdrauburg wurden weggerissen. Desgleichen die Uferbauten in Draurain und Schwabegg. Die Überfuhren - auch die in Lippitzbach - ruhten lange Zeit. ... Sowohl der Personen- als auch der Lastenverkehr über die Drau waren dadurch vereitelt." (Gendarmeriechronik Bleiburg)
 
1884:
1884 erfolgt der Übergang des Walkzwerkes Lippitzbach aus dem Besitz der Grafen Egger in das Eigentum des Freiherrn Ferdinand von Helldorf.
 
1889:
12. Oktober 1889: Die Hochwasser führende Drau beeinträchtigt sehr stark den Betrieb des Werkes Lippitzbach.
 
1894:
1894 - Schließung des Walzwerkes Lippitzbach. Die Weiterbetreibung bis 1904 erfolgt lediglich als kleines Hammerwerk.
 
1896:
11.10.1896 - Die Straßendraubrücke Lippitzbach wird durch den Landespräsidenten Schmied-Zabirow dem öffentlichen Verkehr übergeben. Bis dahin befand sich dort nur eine Flussüberfuhr für Personen-, Vieh- und Warentransporte. Erbauer der Brücke war der spätere Bleiburger Ehrenbürger Rudolf Kubick (verstorben 1916). An der Eröffnungsfeier hat ua. auch der MGV Bleiburg mitgewirkt.
 
1904:
23.12.1904: Endgültige Schließung des seit 1894 nur als kleines Hammerwerk betriebenen früheren Walzwerkes in Lippitzbach.
 
1909:
Verleihung der Bleiburger Ehrenbürgerschaft an Landesbaurat Rudolf Kubick, Bauleiter beim Bau der Lippitzbacher Draubrücke und der "Johannesbrücke" am unteren Hauptplatz von Bleiburg.
 
1919:
Sprengung der Lippitzbacher Draubrücke
3.5.1919: Mitteilung der "Klagenfurter Zeitung" in der Ausgabe vom 4.5.1919: "...Situationsbericht vom 3. Mai, 12 Uhr l9l9 15 Minuten: Die Südslawen sprengten heute die Draubrücke von Lippitzbach". 1919 wurde eine Seilüberfuhr über die Draü errichtet. Erst nach der Volksabstimmung vom 10.10.1920 konnte an die Neuerrichtung der Brücke gedacht werden.
 
1920:
Ein behelfsmäßiger Drauübergang über die gesprengte Straßenbrücke in Lippitzbach besteht von 1920 bis 1923.
 
1923:
22.7.1923: Eröffnung der nach dem Krieg zerstörten und nunmehr wieder errichteten Straßendraubrücke in Lippitzbach am 22. Juli 1923.
 
1940:
Sommer 1940: Hebung der Lippitzbacher Straßendraubrücke im Zusammenhang mit dem durch den Kraftwerksbau in Schwabegg entstehenden Stauraum.
 
1945:
Sperrzone
Mai 1945: Die britische Besatzung errichtet im Grenzgebiet eine l0-Kilometer-Sperrzone. In unserem Nahbereich ist die Drau die Begrenzung dieser Sperrzone, die nur mit Wohnsitzbescheinigung bzw. Passierschein betreten oder verlassen werden darf. Diese Sperrzone wird erst am 1.7.1949 aufgehoben.
 
1958:
Jänner bis August 1958: Sperre der Lippitzbacher Draubrücke, die im Zusammenhang mit dem Stau des Flusses im Bereich des Kraftwerkes Lavamünd um 4m gehoben wird. Während der Bauzeit wird über den Fluss der Betrieb einer Fähre eingerichtet.
 
1994:
Generalsanierung der Straßendraubrücke in Lippitzbach.
 
1996:
5. Oktober 1996: Festakt an Ort und Stelle anlässlich des 100. Jahrestages der Errichtung der ersten Lippitzbacher Draubrücke.
 
2003:
23. August 2003: Spatenstich zum Bau der neuen Straßen-Draubrücke nächst Lippitzbach;(Autobahnanschluss).
 
2005:
11. Dezember 2005: Einweihung und Verkehrsübergabe der neuen Brücke, die nächst Lippitzbach den Draugraben überquert. Dadurch wird die Zufahrt zum Bereich Bleiburg/Petzen wesentlich erleichtert und ein auch für Schwerfahrzeuge und Autobusse befahrbarer direkter Anschluss an die Südautobahn bei Griffen hergestellt. 
Mit der Eröffnung der neuen Draubrücke im Dezember 2005, tritt die Verordnung über die Wintersperre der alten Draubrücke in Kraft. Unmittelbar danach wird die Sperre eingerichtet. Über die Sommermonate bleibt die Brücke für den PKW Verkehr weiterhin geöffnet.
 
2012:
Die alte Draubrücke wird für den PKW-Verkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer dürfen die Brücke weiterhin benutzen.
 
2013:
6. Februar 2013: Abriss der in den Ort führenden Wölfnitzbachbrücke 
3. April 2013: Eröffnung der neuen Wölfnitzbachbrücke

Literaturangabe

(1) Sammlung: Othmar Mory


 

Kategorie: Geschichte
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